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Der einzige reformierte Gemeindegottesdienst Graubündens (ausser Davos-Platz) fand heute unter Alphornklängen und mit Bildprojektionen in St. Moritz statt.

Der jährliche Synodalgottesdienst liefert einen Massstab dafür, welche Themen und liturgische Strömungen bei den Bündner Reformierten derzeit in Mode sind. Heute fand er unter dem Titel "Spiritualität und Berge" in der Église au bois in St. Moritz statt.

Faszinierende und furchtbare Berge
Pfarrer Fadri Ratti, der letztes Jahr mit dem Pik Lenin selbst einen Siebentausender bestieg, erinnerte an seine Vorgänger. Der Unterengadiner Linard Zadrell, nach dem der Piz Linard benannt wurde, war ebenso Pfarrer wie der Oberländer Placidus Spescha mit seinen 19 Bündner Erstbesteigungen. "Berge und Spiritualität", so Ratti, "stehen für eine tiefe Lebendigkeit". So wie die Berge zwei Gesichter hätten, erhebende und gefährliche, so hätte auch das Heilige zwei Gesichter: "Eine faszinierende, anziehende und eine unnahbare, furchtbare." Unterbrochen wurde die Synodalpredigt jeweils von meditativen Einlagen. Zu projizierten Bergbildern von Gipfeln, Kreuzen, Seen und dramatischen Stimmungen erklang die Musik von Orgel und Alphorn. Mit ihnen versuchte Ratti seine Gemeinde auf den Weg zu bringen – wenigstens auf einen spirituellen Bergweg.

Da sämtliche Bündner Pfarrpersonen zur Teilnahme an der Synode verpflichtet sind, fielen im übrigen Kanton (mit Ausnahme Davos-Platz) die Sonntagsgottesdienste aus.

Aufnahme von sieben neuen Pfarrpersonen
In der sogenannten Ordinations- und Rezeptionsfeier waren zuvor sieben neue Bündner Pfarrpersonen aufgenommen und damit für Bündner Kirchgemeinden wahlfähig gemacht worden. Es sind dies Anja Felix-Candrian, gewählt nach Tamins, Ivan Walther-Tschudi, Waltensburg, Ute Latuski-Ramm und Markus Ramm, Lenzerheide, Markus Schärer, Celerina, Christoph Schneider, Zernez, Elisabeth Weber Ramirez Granados, Avers.

Für einiges Schmunzeln sorgte die abtretende Vizedekanin Patricia Weigl, die in ihrer Predigt das Gleichnis der Arbeiter im Weinberg mit der kantonalen Besoldungsverordnung, inklusive Familienzulage und Treueprämie, verglich. Mit den Worten "Gott sei`s gedankt, ist seine Gnade nicht von unseren Privilegien abhängig" entliess sie die neuen Kolleginnen in ihre Arbeit.