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Das Thema "Deutsche Pfarrpersonen in der Bündner Kirche" führte am Freitag zu einer intensiven, streckenweise humorvollen Diskussion auf der Bündner Synode in Zizers.

Pastoralkonferenz in der Bündner Herrschaft, zwei Schweizer Pfarrpersonen und fünf Deutsche treffen sich. Die deutschen Pfarrer reden sofort über ihr Studium, die Kirche, ihre Gemeinden. Schliesslich meldet sich einer der beiden Schweizer Pfarrer und sagt: "Ich verstehe hier kein Wort".

Diese Anekdote illustriert für den deutschen Pfarrer Rüdiger Döls, Malans, das Problem: Wie lässt sich verhindern, dass Themen nach Graubünden importiert werden, die nicht Themen der Menschen vor Ort sind? Wie kann die Landeskirche auch in Zukunft Bündner Kirche bleiben - und nicht zur 24. Deutschen Landeskirche mutieren? In der St. Galler Kirche, so meinte Döls in seinem Eintretensvotum, würden deutsche Pfarrpersonen in den ersten zwei Jahren durch ein Mentorat begleitet. Der Clou: Alle Mentoren sind Pfarrpersonen, die ehemals aus Deutschland stammen und selber die Eigenheiten ihres neuen Wirkungslandes kennen lernen mussten. Könne das, so Döls, ein Modell für Graubünden sein?

Rund fünfzig Prozent kommen aus Deutschland
Einen anderen Akzent setzte Vizedekan Daniel Wieland: "Nicht die Deutschen sind dass Problem, sondern die Bündner Kirche hätte ohne die Deutschen ein grosses Problem." In der Bündner Kirche kommen derzeit rund fünfzig Prozent der Pfarrpersonen ursprünglich aus Deutschland. Durch diesen Zustrom sind so gut wie alle Pfarrstellen besetzt. Dass deutschen Kollegen sich bisweilen fragten, ob sie dazu gehörten, bezeichnete Daniel Wieland als "grotesk". Wieland plädierte dafür, ohne Tabus miteinander zu reden und den gegenseitigen Reichtum der Traditionen zu nutzen: "Warum legen wir nicht einmal unsere Liturgien auf den Tisch und vergleichen?" Er jedenfalls freue sich auf intensive Gespräche.

Hans Luzius Marx, Chur, ortet als eigentliches Hauptproblem den fehlenden Nachwuchs von Bündner Theologen. Würde jede Bündner Kirchgemeinde alle 40 Jahre einen Pfarrer hervorbringen, dann wären alle Pfarrstellen besetzt. An diesem Punkt hakte Georg Felix, Tamins, nach: Er schlug vor, Werbung für das Theologiestudium an der Kantonsschulen grosszügig zu verstärken, und die Kampagne der Universitäten für das Theologiestudium auf Graubünden auszudehnen.

Kirchenrat will Vorschläge aufnehmen
Kirchenratspräsidentin Lini Sutter zeigte sich von der Diskussion befriedigt. Der Kirchenrat habe die Anliegen gehört. Er würde den Themen Nachwuchsförderung und Profilstärkung der Kirchgemeinden nachgehen. Für sie war die Diskussion ein Anstoss, nun brauche es weitere Gespräche.

Die Synode nahm Berichte von Kirchenrätin Cornelia Camichel Bromeis entgegen über die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds und von Fadri Ratti über die neue Mitgliederzeitung "reformiert."Graubünden. Am Nachmittag versammelte sich die Synode zur geschlossenen Sitzung, in der sie unter anderem Personalfragen besprach.