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Regierungsrat Claudio Lardi schlug als Gastredner der Synode in Grono ein neues Unterrichtsmodell vor, das zwischen staatlichem Ethikunterricht und kirchlichem Religionsunterricht trennt.

Ab heute, Donnerstag, findet die erste Evangelische Synode im katholisch geprägten Misox statt. Dekan Luzi Battaglia eröffnete sie mit einer kritischen Bilanz seiner sechsjährigen Amtszeit. Die 1996 eingeführte Trennung von Dekanat und Kirchenratspräsidium setze "eine besondere Sorgfaltspflicht" nahe, sonst werde ein Amt gegen das andere ausgespielt. Schnell stelle sich dann die Frage nach dem Fortbestand der Synode, oder ob sie, wie in anderen Kantonen, durch einen Pfarrverein ersetzt werden solle. Für Luzi Battaglia ist das eine schlechte Alternative, obwohl die Leitung der Synode ihn bisweilen an das Hüten von Rindern erinnerte, die im Frühling das erste Mal auf die Weide kämen.

In seinem Rückblick wollte Luzi Battaglia eine Vergangenheitsverklärung vermeiden, "sonst werden wir zu Klageweibern und nicht zu Trägern der frohen Botschaft". Die Volkskirche müsse sich durch das herausfordern lassen, was die Leute empfinden und was sie beschäftigt. Sie solle eine Dienstleistungs-Station sein, die Menschen lebenslang begleite und mit ihren Angeboten über die Kerngemeinde hinaus ziele. Seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger wünsche er vor allem Gottvertrauen. Die Synode bestimmt am Montag die Nachfolge.

Grundsatzdiskussion über Religionsunterricht

Eine grundsätzliche Diskussion führte die Synode über den Religionsunterricht. Kirchenrat Michael Ott betonte in einem Einführungsreferat, dass grundlegende Kenntnisse über Religion und Ethik zum Bildungsauftrag der Schule gehören. Dieser Bildungsauftrag stosse auf zwei Probleme: Inhaltlich sei häufig unklar, ob schulischer oder kirchlicher Unterricht stattfände. Dazu stiege in letzten Jahrzehnten die Zahl von Abmeldungen vom obligatorischen Religionsunterricht, sie liegt heute zwischen 10 bis 15 Prozent. Beide Kirchen seien bei diesen Problemen auf Hilfe des Staates angewiesen. Michael Ott: "Ausgeschlossen ist, dass alles so bleibt wie bis jetzt, ausgeschlossen aber auch, dass der Staat den gesamten Religionsunterricht übernimmt."

Regierungspräsident Claudio Lardi nahm als Gast der Synode Stellung: "Die Frage Religionsunterricht ja oder nein stellt sich für mich nicht." Zur Diskussion stünden aber Form und Inhalt des Religionsunterrichts. In seinem Departement werde derzeit ein Vorschlag ausgearbeitet, der die Aufteilung zwischen einem staatlichen Ethikunterricht und einem von den Kirchen erteilten Religionsunterricht vorsieht: Alle Schüler erhielten eine Lektion Ethik im Rahmen der Volksschule, durch sie finanziert, ohne Abmeldungsmöglichkeit. Daneben werde eine Lektion Religionsunterricht in einer Randlektion durch die Kirchen erteilt. Claudio Lardi betonte, dass der Anstoss für solche Änderungen von den Landeskirchen kommen müsse und nicht ohne Entschlüsse der kirchlichen Organe umgesetzt werden könne.