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Dreissig Prozent weniger Kirchenaustritte, 68 000 Franken mehr Einnahmen als budgetiert. Die Evangelische Landeskirche Graubünden veröffentlichte ihren Jahresbericht 2005.

303 Menschen traten im Jahr 2005 aus der Reformierten Landeskirche aus, im Vorjahr waren es noch 433. Das sind dreissig Prozent weniger oder 5 Promille der insgesamt 74 000 Mitglieder – eine im Durchschnitt der Schweizer Kirchen geringe Austrittsquote. Im gleichen Zeitraum traten 75 Personen in die Kirche ein, 609 wurden getauft, 652 bestattet. Diese Statistik zeigt ein leichtes Nachwuchs- und Überalterungsproblem bei den Bündner Reformierten, insgesamt aber stabile Mitgliederzahlen.

Komfortable Finanzlage

Stabil präsentieren sich 2005 auch die Finanzen. Der Überschuss von 68 000 Franken berücksichtigt bereits Rückstellungen von 2 Millionen Franken für die Pensionskasse – geplant ist der Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat – und 0.5 Millionen für Subventionen an kirchliche Bauten. Mit tieferen Einnahmen rechnet die Landeskirche in Zukunft, falls das neue Steuergesetz des Kantons eingeführt wird.

Verschiedene Dienste der Landeskirche wurden ausgebaut, so das Pfarramt für Behinderte (neu eine 50 Prozent Stelle), das Pfarramt für Kunst und Religion (30 Prozent), die Fachstelle Kirche im Tourismus (20 Prozent) und Übersetzungen von Unterrichtsmaterial in Romanisch und Italienisch. Auf zwei Jahre projektiert ist eine Fachstelle Kind und Kirche, die Angebote für Kleinkinder und junge Eltern koordinieren soll. Eine neue Beauftragung Jugendarbeit soll Jugendliche in ihrer religiösen Biographie begleiten. Alle reformierten Pfarrämter waren Ende 2005 besetzt.

Gespräche über Zukunftsfähigkeit

Die Zukunftsfähigkeit der Kirche ist auf verschiedenen Ebenen ein Thema. Der Kirchenrat selbst beschäftigte sich an zwei Strategietagungen mit der Isopublic-Befragung der Bündner Kirchenmitglieder aus dem Jahr 2004. Daneben soll die Neustrukturierung der Bündner Pfarrämter und Kirchgemeinden bis 2007 abgeschlossen werden. Zurzeit finden vor allem Gespräche statt über die Fusion von Kirchgemeinden oder die Bildung von neuen Pastorationsgemeinschaften. Verstärkte regionale Zusammenarbeit soll das Angebot der Kirche verbessern und effizienter gestalten.