 Von links: Anna Hunger-Rietberger, Chur, Christian Pfeiffer, Davos-Dorf, Claudio Eugster, Chur, Susy Murer, Chur, Peter Anderfuhren, Avers, Andy Jecklin, Davos-Platz, Christopher Wellauer, Davos-Platz, Henk Melcherts, Igis-Landquart, Marlies Widmer, | archiv da novitads
Drei Frauen und zehn
Männer wurden am Sonntag in der Martinskirche Chur zu Sozial-Diakonischen MitarbeiterInnen
ordiniert. Damit anerkennt die Reformierten Landeskirche erstmals einen Berufsstand,
den es schon seit Jahrzehnten gibt.
Früher hiessen sie Gemeindehelferin oder Diakon, Jugendarbeiter oder Sozialarbeiterin.
Seit fünf Jahrzehnten sind Menschen mit diesen Ausbildungen in den grösseren Bündner
Kirchgemeinden tätig – ohne dass sie je in den kirchlichen Verfassungen genannt
oder geistlich anerkannt wurden.
Karabiner in der Kette
Mit der ersten Ordination am Sonntag in der Martinskirche Chur wurde nun ein Beschluss
des Evangelischen Grossen Rats vom letzten Jahr umgesetzt. Ähnlich wie PfarrerInnen
müssen in Zukunft auch die Sozial-Diakonischen MitarbeiterInnen für ihr geistliches
Amt bevollmächtigt, sprich: ordiniert werden. Darin geloben sie, "in der Nachfolge
von Jesus Christus die Liebe Gottes mit Rat und Tat zu bezeugen."
Eine überdimensioniert Holzkette mit bunten Karabinern spannte sich quer durch
die Martinskirche. Kirchenrätin und Pfarrerin Anna-Regula Hofer verglich die Ordination
mit dem Einklinken der Karabiner in die Kette der kirchlichen Verfassung und biblischen
Überlieferung. "Dies ist ein Schritt in Richtung mehr Verbindlichkeit", sagte
sie. Das eigentliche Ordinationsversprechen quittierten die Ordinanden anschliessend
reformiert nüchtern mit einem "Ja, mit Gottes Hilfe" und erhielten jeder einen
persönlichen Segensspruch.
Bekenntnis für Schwache
Martin Chollet, Präsident des Diakonatskapitels Graubünden, betonte in seiner
Dankesrede, mit der Ordination würden auch die Arbeitsfelder der Sozial-Diakonischen
MitarbeiterInnen aufgewertet. Der stille Einsatz für schwache Menschen sei sonst
nicht medienwirksam. "Unsere Ordination ist auch ein Bekenntnis für schwache,
leidende und an den Rand gedrängte Menschen", sagte Chollet.
Dekan Luzi Battaglia bewertet |