 Synodalreferentin Marianna Iberg Garcia, Zillis | archiv da novitads
Die Bündner Synode in Sta. Maria Müstair beschäftigte sich Samstag und Sonntag mit einem Grundsatzreferat von Marianna Iberg, Zillis, den Problemen der Randregion Münstertal, sowie der Aufnahme von zehn neuen Bündner PfarrerInnen.
Im Mittelpunkt der Synode stand am Samstag das Grundsatzreferat von Pfarrerin Marianna Iberg Garcia, Zillis: "Das ‚Nooscheli' des Kindes als Strukturierung des Glaubens".
Der Säugling, der sich von der Mutter trennt, suche sich ein "Übergangsobjekt", erläuterte die Referentin unter Bezug auf den britischen Psychologen Daniel W. Winnicott. Dieses Übergangsobjekt, auf schweizerdeutsch ‚Nooscheli', hilft ihm, die Ferne der Mutter zu ertragen und die kindliche Wut über ihre Abwesenheit auszuleben.
Auch der gläubige Mensch müsse lernen, so Marianna Iberg, in Abwesenheit der Bezugsperson Gott und Christus zu leben. Diese Abwesenheit Gottes überwinde der Glaubende - wie bereits das Kind - mit Übergangsobjekten. Dazu gehören Kreuz, Bibel oder Kirchengebäude, ein Ritus wie Abendmahl oder Predigt, eine Tätigkeit wie Krankenbesuch oder Pfarrberuf. Das Ziel sei, mit Hilfe solcher Übergangsobjekte "frei und selbstständig in der Abwesenheit Gottes, aber nicht ohne Gott zu leben."
Die Kirche sieht Marianna Iberg in der Rolle der Mutter, die den Gläubigen religiöse Objekte zur Verfügung stelle. Manchmal verhalte sich die Kirche allerdings als "zu gute Mutter", welche die Gläubigen in zu enger Abhängigkeit von sich zu behalten suche: Sie beschäftige sich selten mit der Abwesenheit Gottes, liesse Wut auf Gott nicht zu, könne den Pfarrerberuf nicht als Übergangsobjekt verstehen.
Mit langem Applaus, aber auch skeptischen Fragen reagierte die Synode auf das Referat. Gegenreferentin Pfarrerin Angelika Müller Jakober, Chur, betonte, dass sich psychologische und theologische Fragen nicht so einfach vergleichen liessen: "Es ist nachweisbar, ob die Mutter da ist oder nicht, ob Gott da ist oder nicht ist eine Glaubensfrage." Romedi Arquint, Cinous-chel, bemäng |