 Dekan Luzi Battaglia eröffnet die Bündner Synode - vorn Gabriel, der halbjährige Sohn Münstertaler Ortspfarrers Michael Landwehr | archiv da novitads
Mit der Feststellung "eine Kirche, die nicht aus den eigenen Reihen Pfarrnachwuchs beziehen kann, ist eine müde Kirche" eröffnete Dekan Luzi Battaglia am Donnerstagmorgen die Bündner Synode in Sta. Maria. Bis Montag beraten dort die rund 120 refor
Zwar, so meinte Battaglia, könne die Bündner Kirche in diesem Jahr zehn neue PfarrerInnen aufnehmen und für das nächste Jahr seien bereits elf Bewerber angemeldet. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der Theologiestudenten aus Graubünden so stark rückläufig sei, wie noch nie. Von den zehn Bewerberinnen in diesem Jahr stammen acht aus Deutschland. Battaglia appellierte an die Gemeinden und Kirchenvorstände, junge Menschen zum Verkündigungsdienst in der Bündner Kirche zu ermutigen.
Zuvor hatte Kirchgemeindepräsident von Valchava und Sta. Maria-Müstair, Peter Pünchera, die Synodalen begrüsst. Er wies darauf hin, dass die geplante Neustrukturierung der Kirchgemeinden für das Münstertal zu einer Reduktion der Pfarrstellen um 50% führe. "Man redet von Prioritäten setzen - im Klartext aber bedeute das einen Abbau von Leistungen", meinte Püchera.
Mit Spannung erwarteten die Synodalen das Referat von Professor Franz Annen, Theologische Hochschule Chur (THC), dem ersten offiziellen katholischen Gast an einer Synode seit dreissig Jahren. Annen betonte, dass die ökumenische Ausrichtung neu zum Leitbild der THC gehöre. Schon jetzt stünden alle Lehrangebote der THC auch reformierten Christen und Pfarrern offen: Vorlesungen, Sabbatsemester, Benützung der Bibliothek. Für die Zukunft könnte sich Annen eine weitgehendere Zusammenarbeit vorstellen: "Mein Traum wäre es, einmal einen Lehrstuhl für evangelische Theologie einzurichten." Dieser Traum scheitere vorerst noch an finanziellen Gründen.
Danach verlas Annen eine Erklärung seiner Kollegin, Professorin Eva Maria Faber, zur jüngsten Enzyklika des Papstes. Dieser hatte mit seinen Gedanken zur eucharistischen Gastfreundschaft für erhebliche Irritationen unter Reformierten gesorgt. |